Wie wird der BDI-II-Fragebogen ausgewertet?
Der BDI-II besteht aus 21 Bereichen. Für jede Antwort werden 0 bis 3 Punkte vergeben. Die Werte werden anschließend zu einem BDI-II-Gesamtwert addiert. Je höher dieser Gesamtwert ist, desto stärker sind die erfassten depressiven Beschwerden ausgeprägt.
Zur Orientierung werden die Ergebnisse üblicherweise in verschiedene Schweregrade eingeteilt. Dabei ist wichtig: Der Gesamtwert allein stellt keine Diagnose dar. Er sollte immer zusammen mit dem persönlichen Erleben, der Dauer der Beschwerden und der individuellen Lebenssituation betrachtet werden.
Was bedeutet mein BDI-II-Gesamtwert?
Der BDI-II-Gesamtwert kann zwischen 0 und 63 liegen. Zur Orientierung werden folgende Bereiche unterschieden:
0–13: keine oder minimale depressive Symptomatik
14–19: leichte depressive Symptomatik
20–28: mittelgradige depressive Symptomatik
29–63: schwere depressive Symptomatik
Ein höherer Gesamtwert spricht für stärker ausgeprägte depressive Beschwerden. Die Einordnung beschreibt jedoch die Stärke der erfassten Symptome – sie ersetzt keine diagnostische Beurteilung.
Kann der BDI-II eine Depression feststellen?
Der BDI-II kann Hinweise darauf geben, wie stark depressive Beschwerden ausgeprägt sind. Eine Depression lässt sich anhand des Fragebogens allein jedoch nicht feststellen.
Für eine diagnostische Einschätzung ist unter anderem wichtig, welche Beschwerden bestehen, wie lange sie bereits andauern und wie sehr sie den Alltag beeinträchtigen. Auch andere mögliche Ursachen für die Beschwerden müssen berücksichtigt werden.
Der BDI-II ist deshalb ein hilfreiches Instrument, um depressive Symptome systematisch zu erfassen und ihren Verlauf zu beobachten – er ersetzt jedoch kein diagnostisches Gespräch.
Welche Beschwerden erfasst der BDI-II?
Der BDI-II erfasst 21 Bereiche, die bei einer Depression eine Rolle spielen können. Dazu gehören beispielsweise gedrückte Stimmung, Interessenverlust, Schuldgefühle, Gefühle von Wertlosigkeit, Schlaf, Energie, Konzentration und Veränderungen des Appetits.
Bei der Beantwortung geht es darum, wie die Beschwerden in den vergangenen zwei Wochen erlebt wurden. Dadurch entsteht ein differenzierteres Bild der depressiven Symptomatik als durch eine einzelne Frage danach, wie schlecht oder belastet man sich insgesamt fühlt.
Wie lange dauert das Ausfüllen des BDI-II?
Das Ausfüllen des BDI-II dauert ungefähr zehn Minuten. Je nach Ausprägung der Beschwerden kann dafür auch mehr Zeit benötigt werden.
Der Fragebogen bezieht sich auf das Erleben während der vergangenen zwei Wochen einschließlich des heutigen Tages.
Der BDI-II kann sowohl zu Beginn einer diagnostischen Abklärung oder Behandlung als auch im weiteren Verlauf eingesetzt werden. Bei wiederholter Anwendung lässt sich nachvollziehen, ob und wie sich die Stärke der depressiven Beschwerden verändert.
Wo finde ich den BDI-II-Fragebogen?
Der vollständige BDI-II ist kein frei verfügbarer Online-Selbsttest. Die Originalversion gehört zu einem professionellen psychologischen Testverfahren und wird über den Testverlag Pearson vertrieben.
Wenn Sie im Internet nach dem BDI-II-Fragebogen oder einer PDF-Version suchen, finden Sie deshalb nicht ohne Weiteres eine frei zugängliche Originalversion. In der diagnostischen oder therapeutischen Praxis wird der Fragebogen im Rahmen der jeweiligen Untersuchung oder Behandlung eingesetzt.
Wenn Sie unabhängig davon eine erste Einschätzung Ihrer Beschwerden erhalten möchten, können Sie den kostenlosen Selbsttest der Deutschen Depressionshilfe nutzen. Er kann eine erste Orientierung geben, ersetzt aber ebenfalls keine fachliche Diagnose.
Der BDI-II in meiner Praxis
In meiner Praxis nutze ich den BDI-II, wenn es sinnvoll ist, depressive Beschwerden genauer zu erfassen. Der Gesamtwert ist dabei für mich nicht das eigentliche Ergebnis, sondern ein Teil der diagnostischen Einschätzung.
Mit entscheidend ist das Gespräch darüber, welche Beschwerden Sie erleben, wie diese sich in Ihrem Alltag zeigen und wie das Ergebnis vor diesem Hintergrund eingeordnet werden kann.
Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie ich mit depressiven Beschwerden arbeite, finden Sie weitere Informationen auf meiner Seite Psychotherapie bei Depressionen.